Leichtfüssige barocke Koloraturenlust beim Konzert von Daniel Johannsen – Die Seele als dürstender Hirsch

Mit Daniel Johannsen war am Wochenende einer der gefragtesten Bachtenöre in der St.Galler Schutzengelkapelle zu hören. Das Programm ging in die Barockzeit vor Bach zurück.

Auszug aus «St.Galler Tagblatt» – 13. November 2018, 13:30 Uhr
Bettina Kugler, bettina.kugler@tagblatt.ch

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Sein Name findet sich oft unter den Solisten der Trogner Kantatenaufführungen unter der Leitung von Rudolf Lutz: Der 1987 in Wien geborene Tenor Daniel Johannsen zählt zum Kernensemble der J.S.Bach-Stiftung St.Gallen und ist dort immer wieder zu hören, unter anderem im «Weihnachtsoratorium» und als Evangelist der «Johannespassion».

Das ist kein Zufall, denn Johannsen gilt derzeit als einer der gefragtesten Bachtenöre seiner Generation. Meist aber sind seine Auftritte im Rahmen einzelner Kantaten viel zu kurz: Hat er gerade noch in lebhafter Aussagekraft ein Rezitativ beim Wort gepackt, so ist die darauf folgende Arie wenige Minuten später schon wieder vorbei – und man hätte doch seiner schön timbrierten Stimme, der beiläufigen Virtuosität und eindringlichen Gestaltungskunst des Tenors noch stundenlang lauschen können.

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